neuster Winzerbrief

 

 

KLÜSSERATHER WINZERBRIEF 1998

 

 

Hallo, liebe Kunden und Weinfreunde!

„ 1998er LESEGUT' SEHR GESUND, QUALITÄT WEIT ÜBER DER ERWARTUNG"
Mit diesen Worten möchten wir Ihnen unser Wein-, Sekt und Edelbranndangebot 1998/99 vorstellen.
Einige von Ihnen warten schon darauf.
Bei schönem Spätherbstwetter konnten wir am 12. November die vorläufig letzten Trauben des Jahrgangs 1998 lesen. Es war ein Jahr voller Klimaextreme, was für uns ein Anlaß sein soll, Ihnen mitzuteilen, wie sich das Jahr 98 aus Winzersicht präsentiert hat.
Nach einem milden und ziemlich trockenen Winter begann das Rebenwachstum Anfang April sehr früh, der gefürchtete Kaltlufteinbruch Ende April blieb jedoch aus, und die Reben hatten einen guten Start.
Der Mai gestaltete sich anfangs ziemlich kühl, die Eisheiligen blieben wie meist im klimatisch bevorzugten Moseltal jedoch aus und ab Mitte Mai wurde es sonnig, warm und trocken. Die Weinblüte verlief auf Grund des schönen Juniwetters problemlos und war bis Mitte Juni außergewöhnlich früh abgeschlossen. Als dann ab Ende Juni sich schlechtes Wetter ankündigte, hatten sibh die kleinen Träubchen schon fast bis zur Erbsengröße entwickelt.Im Juli folgten dann tägliche Niederschläge, meist als Nieselregen bei Tageshöchstwerten von nur etwa 22-24° C. Obwohl das Weinlaub durch die häufigen Niederschläge oft naß war, was die Laubarbeiten nicht gerade angenehm machte, blieb die Regenmenge insgesamt sehr gering., was uns im weiteren Verlauf noch zu schaffen machen sollte. Allmählich ab ca. 20. Juli besserte sich das Wetter, es wurde erst angenehm warm, dann sogar heiß und schließlich wurde an der ARD-Wetterstation in Brauneberg/Mosel am 11.8.1998 mit 41,6 ° C ein neuer deutscher Temperaturrekord aufgestellt, wie Sie sicher über die Medien gehört haben.Diese extremen Hitzewerte dauerten etwa eine Woche an, die Folge davon waren starke, in diesem Maße noch nie dagewesenen Verbrennungen an Trauben und Blättern. Danach ging es mit der Temperatur etwas gemäßigter weiter und die Winzer hätten sich zur weiteren Traubenentwicklung einen Teil der Regenmengen gewünscht, die laut Wetterkarte über den nördlichen Bundesländern niedergingen.
Nachdem viele Weinberge schon sehr stark unter der Trockenheit gelitten hatten, setzte dann Anfang September endlich Regen ein, der für die frühreifenden Trauben für die weitere Reife leider schon etwas zu spät kam. Der gegenüber allen Witterungskapriolen, sei es Frost, Trockenheit oder kühles Regenwetter robuste, spätreifende Riesling profitierte in seiner Reife jedoch sehr davon. Für etwa 2 Wochen besserte sich das Wetter Mitte/Ende September wieder und am 24.9. begannen wir die Lese und brachten bei herrlichem Sonnenschein an diesen Tage unseren ersten Rotwein von der farbkräftigen Sorte „Dornfelder" ein. Im Oktober verschlechterte sich dann das Wetter und es gab nur vereinzelte schöne Tage, die Traubenlese mußte oft wegen Regens unterbrochen werden. Die Ausdauer und Strapazierfähigkeit unserer tapferen Lesehelfer und -helferinnen wurde auf manche harte Probe gestellt. Ende Oktober müßten wir die Traubenlese wegen der starken Niederschläge fast vollständig einstellen, die daraus resultierenden Hochwasserfluten sind Ihnen aus dem Fernsehen sicher noch in Erinnerung.
Dieser Regen kam uns als besonders qualitätsorientiertem Weingut besonders ungelegen, weil wir gerade unsere besten Rieslingtrauben zwecks optimaler Ausreife und natürlicher Säureminderung stets bis in den November am Stock lassen. Etliche Winzerkollegen bewiesen schwache Nerven und ernteten Ihre besten Trauben in strömendem Regen, wir und andere hielten durch und hatten ab Anfang November trockenes und teils sonniges Wetter, sodaß wir unsere wertvollen Rieslingtrauben zwar mit starkem Mengenverlust, aber mit erstaunlich hohen Fruchtzuckerwerten (Öechslegraden) einbringen konnten.
Diese gute Rieslingqualität erklärt sich aus der sehr frühen Weinblüte und der sehr langen Vegetationsperiode von Anfang April bis Anfang November. Mit bis zu 95° Oechsle ist die zu erwartende Qualität des Rieslings als sehr gut einzuschätzen. Ein Grad Oechsle bedeuten etwa 2Gramm pro Liter Fruchtzucker, ein Traubensaft von 95° Öechsle (= Auslese) hat also einen Fruchtzuckergehalt von 190g/l. Dieser Fruchtzucker vergärt dann, je nach gewünschter Geschmacksrichtung trocken, halbtrocken oder lieblich, mehr oder weniger vollständig zu Alkohol. Den Übergangsprozeß zwischen dem sehr süßen Traubensaft und dem jungen ausgegorenem Wein bezeichnet man als ,.Fedenveißer", sicher den meisten von Ihnen als angenehm prickelndes Getränk bekannt.
'Mit diesem Schreiben erhalten Sie unsere Weinpreisliste, die Ihnen eine beachtliche Auswahl an Wein und Sekt aller Geschmacksrichtungen. sowie Traubensaft, Branntweine und Liköre bietet.
Da die Advents- und Weihnachtszeit nun schon sehr nahe gerückt ist und wir mit unseren Liefertouren, bei denen wir sicher auch einmal in Ihre Nähe kommen, schon begonnen haben, haben Sie die Gelegenheit Ihren Wein bzw. Sektbestand wieder aufzufüllen. Bitte teilen Sie uns Ihren eventuellen Bedarf in nächster Zeit mit, damit wir unsere Lieferungen disponieren können. Ihre leeren Weinflaschen nehmen wir bei dieser Gelegenheit gerne zur W iederverwertung zurück.
Ganz besonders würden wir uns freuen. Sie einmal zu einer Weinprobe hier in Klüsserath begrüßen zu dürfen, eine Übernachtung ist nach Absprache jederzeit möglich, genauso wie ein Urlaub in unseren neuen Ferienwohnungen und unseren neu eingerichteten Gästezimmern. Mit der Hoffnung auf einen weiteren guten Kontakt zwischen Ihnen und unserem Weingut verbleiben wir.

 

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Weingut

Scholtes-Welter

 
 
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