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Hallo, liebe Kunden und Weinfreunde!
2000er Weine sehr spritzig, Qualität schließt
fast an den Superjahrgang 99 an!
Mit diesen Worten beginnen wir unseren ersten diesjährigen Winzerbrief.
Viele von Ihnen freuen sich schon darauf!
Der neue Jahrgang steht zur Abfüllung auf Flaschen an. Beim 2000er
Rotwein ist es bereits geschehen, Blauer Spätburgunder und Dornfelder
werden von vielen Liebhabern bereits sehnsüchtig erwartet. Insbesondere
hier zeigt der Neue eine bemerkenswerte Qualität. Der Weißwein
reift, zwecks natürlichen Säureabbaus, noch etwas länger
im Holzfass und wird größtenteils im Mai auf Flaschen gefüllt
werden.
Die goldene Serie der Spitzenjahrgänge setzte sich auch im letzten
Jahr fort. Nach anfänglich trüben Aussichten im Herbst hatte
Petrus doch noch ein Einsehen und bescherte den spätreifenden Sorten
noch einen strahlenden „Allerheiligensommer." Hohe Risikobereitschaft
und Standvermögen waren hier angesagt. Um doch noch große
Weine zu lesen, waren erhebliche Ertragseinbußen in Kauf zu nehmen.
Deshalb werden unsere Einzelabfüillungen, insbesondere beim Riesling,
leider ziemlich klein bleiben. AUSNAHME: Dornfelder ! Bedingt durch
einen vergrößerten Anbau konnten wir von dieser Sorte etwas
mehr als in den vergangenen Jahren ernten, wenn auch der Ertrag pro
Weinstock etwas niedriger ausgefallen ist. Bedingt durch die stetig
wachsende Nachfrage nach Rotweinen, wird aber auch hier zum Ende des
Jahres der Bestand wieder sehr gelichtet sein.
Der Winter war in Klüsserath in diesem Jahr wieder sehr mild, ganz
selten fielen die Temperaturen unter den Nullpunkt. Am kältesten
war es am 22.12. mit minus 5,5 Grad Celsius. Dadurch fiel die Eisweinernte
in unserem Ort leider aus, in einigen Seitentälern der Mosel wurden
aber die für die Eisweinlese notwendigen minus 7 bis 8 Grad erreicht.
So kann sich auch die besondere Klimagunst unseres ausgeprägten
Südhanges einmal in einen Nachteil verkehren.
STICHWORT ZUKUNFT: Viele Winzerbetriebe an der Mosel stehen zur Zeit
in einem beängstigenden Existenzkampf. Die Preise für weiße
Verarbeitungsweine (Großhandel) befinden sich in freiem Fall,
dies bedeutet für diejenigen Winzer, die nur „auf dieser
Schiene fahren" das endgültige Aus. Aber auch für viele
Winzer mit einem eher geringen Anteil an Direktvermarktung sind die
Aussichten nicht rosig. Entsprechend ist die Stimmung in diesen Familien.
Dieses Szenario gilt übrigens nicht nur für die Mosel sondern
auch für viele andere deutsche und europäische überwiegend
Weißwein anbauende Gebiete. '
Die Ursachen für die Misere bei den gering- und mittelklassigen
sog. Verarbeitungsweinen sind folgende:
Rückgang des Weinkonsums der großen traditionellen Weinbauländer
wie Spanien, Italien und Frankreich in den letzten Jahrzehnten, dadurch
verstärktes Drängen auf die mitteleuropäischen Märkte.
Der stetig steigende Weingenuss in Deutschland und anderen Ländern
kann diese Einbrüche bisher nicht kompensieren.
Rotweinboom. Im Weißweinbereich sind kleine und mittlere Qualitäten
schwer verkäuflich, lediglich gute bis hervorragende Gutsabfüllungen
im Direktverkauf bringen noch guten Gewinn! Ein schnelles Umsteigen
auf Rotweinanbau ist schwierig, wenn man bedenkt, dass die Weinberge
an der Mosel ein Alter von über hundert Jahren erreichen können
und dass zudem erste Anzeichen, zumindest in Amerika bestehen, die darauf
schließen lassen, dass man sich wieder mehr dem Weißwein
zuwendet.
Die, wenn auch nur vorübergehende, Hinwendung vieler Verbraucher
zu überseeischen Weinen. Ärgerlich für uns europäische
Winzer ist, dass diese Weine (Ausnahme Südafrika), vielfach in
Gebieten angebaut werden, in denen natürlicherweise, aufgrund des
chronischen Wassermangels überhaupt kein Qualitätswein gedeihen
könnte. Wertvolle Ressourcen werden so verschwendet.
Die vergangenen Jahre waren klimatisch gesehen für die Weinreben
ideal. Nach heißen und zugleich ausreichend feuchten Sommern kann
in Deutschland und in anderen mitteleuropäischen Gebieten sehr
viel Wein geerntet werden. Viele in ihrer Existenz bedrohte Winzer versuchten,
durch übergroße Ernten den Verdienstausfall der durch die
sinkenden Preise für Verarbeitungsweine entstanden ist zu
kompensieren. Diese übergroßen Erntemengen ergeben bestenfalls
mittlere Qualitäten. Dies ist natürlich ein Teufelskreis.
Dass dieses Problem hausgemacht ist, kann nicht verschwiegen werden.
Sie müssen sich jedoch nicht ängstigen, Ihr Winzer wird Ihnen
trotz all dieser Probleme nicht so schnell abhanden kommen! Durch diese
Einbrüche haben wir zwar auch Umsatzeinbußen zu verkraften
(10 bis 20 %); im Familienbetrieb wird aber manches weggesteckt, was
in größeren Firmen Anlass zu einschneidenden Maßnahmen
wäre. Da unsere Betriebsergebnisse in den letzten Jahren als sehr
gut zu bezeichnen waren, können wir diese Durststrecke, selbst
wenn sie länger andauern oder sich noch verschärfen sollte
ohne größere Probleme überstehen, der passende Spruch
dazu lautet: Spare in der Zeit, dann.....!
Reagieren muss jedoch auch der Familienbetrieb!
Eine Maßnahme wird sein, im Kellerbereich verstärkt zu investieren,
um durch eine modernere Mostbehandlung die Menge des zwangsläufig
anfallenden „Verarbeitungsweines" erstens zu reduzieren und
zweitens diese Restmenge rationeller verarbeiten zu können. Nicht
gerüttelt wird jedoch am Qualitätsprinzip, was unsere hochwertigen
Gutsweine betrifft. Hier setzen wir weiterhin überwiegend auf unsere
Holzfässer und den damit verbunden bewährten, schonenden Weinausbau!
Eine weitere Maßnahme muss sein, den touristischen Zweig unseres
Betriebes noch weiter in den Vordergrund zu stellen. ein Bereich, in
dem Sie uns durch Weiterempfehlung in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis,
sehr behilflich sein können.
Weitere Reduzierung von unwirtschaftlich gewordenen Flächen, in
denen nur beliebig austauschbare Weine von Durchschnittsqualität
wachsen, weiteres Einsteigen in Spitzenweinlagen.
Wenn wir alle diese Dinge beherzigen; wird eine alte Winzerweisheit,
die mein Großvater des Öfteren im Munde führte weiterhin
Gültigkeit besitzen:
„Weinbau schützt vor Armut und vor Reichtum"
Vor allen Dingen aber macht er Spaß! Arbeiten zusammen mit der
Familie, in einer herrlichen Landschaft, in einer -fast- intakten Natur,
ein freudespendendes Produkt mit seinen vielen Nuancen, Kontakt zu vielen
netten Menschen, was will man mehr!
Demnächst neu im Angebot: Der erste Wein von Weißburgunder
und Chardonnay aus der Neuanpflanzung von 19991
Stichwort feinherb: Weine mit verhaltener Süße im Übergangsbereich
zwischen halbtrocken und lieblich.
Stichwort Riesling: Weißweinsorte, in den USA stark im Kommen!
Eine angesehene kalifornische Weinzeitschrift titelte kürzlich:
„Hütet Euch vor den Deutschen!" Gemeint war mit diesen
Worten nicht die Pflege von evtl. vorhandenen Vorurteilen, sondern die
Einsicht, dass insbesondere den deutschen Rieslingweinen in punkto Finesse,
Eleganz und Bekömmlichkeit, so schnell nicht beizukommen ist.
Hierzu lesen Sie bitte auch die Ausschnitte aus deutschen und internationalen
Weinpublikationen, die sich mit dem Riesling befassen.
Ganz neu ist die Erkenntnis, dass der Riesling von einer heute noch
in den Rheinauen vorkommenden Wildrebe abstammt. Bis vor wenigen Jahren
galt immer die Annahme, dass die Römer diese wertvolle Traubensorte
an Mosel und Rhein gebracht haben.
Unsere noch bis zum Sommer gültige Preisliste legen wir bei. Termine
für evtl. bei Ihnen zu Hause vorgesehene Weinproben bitten wir,
zwecks besserer Planung, bald mit uns abzusprechen!
Wer sich des Weines so enthält, dass es ihm schadet,
der ist nicht ohne Schuld (Thomas von Aquin)
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute, viel Freude mit
dieser kleinen Lektüre und viele frohe Stunden mit unserem Wein
und verbleiben.
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