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Liebe Weinfreunde!
Edle 2001er Weine. 2000er fast ausverkauft!
Mit dieser Schlagzeile beginnen wir unseren ersten Winzerbrief 2002.
Von vielen wird er schon lange erwartet!
Mittlerweile ist der neue Jahrgang gut zur Hälfte abgefüllt,
sodass wir auch wieder lieferfähig sind. Zwischenzeitlich war der
ja eigentlich erfreuliche Umstand eingetreten, dass Ihr Winzer fast
ohne Wein war, andererseits ist es natürlich äußerst
betrüblich, wenn man nur bedingt lieferfähig ist. Wir bitten
auch hier um wohlwollende Nachsicht!
Die Gärung des neuen Jahrgangs zog sich über eine erfreulich
lange Zeit, bei den trockenen Weinen sogar über den ganzen Winter
hin, wodurch er eine enorme Fülle von Gäraromen bilden konnte.
Diese positive, behutsame Gärung des Weines ist zum einen durch
die kalte Zeit von Mitte Dezember bis Mitte Januar zu erklären,
die auch in unserem Keller die Temperatur um einige Zehntelgrade tiefer
sinken ließ als üblich. Noch entscheidender für die
zusätzliche Steigerung der Qualität der ohnehin schon hervorragenden
2001er Weine war die Anschaffung eines modernen Trubfilters. Dieser
Filter entfernt aus dem frisch gekelterten Traubensaft alle Trubteilchen
und auch die kleinsten Verunreinigungen. Wenn man bedenkt. dass ein
Waschen der Trauben aufgrund ihrer Überreife natürlich nicht
möglich ist, erkennt man die Bedeutung dieser Neuanschaffung für
eine äußerst reintönige Gärung. Auf diese wichtige
Innovation haben wir auch schon kurz im Winzerbrief 11 / 2001 hingewiesen.
Im Gegensatz zum 2000er, wo große Mengenverluste durch Selektion
hingenommen werden mussten um adäquate Weinqualitäten zu bereiten.
zeichnet sich der 2001er auch durch größere Partien aus,
obwohl die Lese insgesamt doch kleiner ausgefallen ist. Diese kleine
Ernte ist jedoch zu 80 % als Qualität einzustufen, die uns für
unsere Kunden wertvoll genug ist. Es mussten also nur wenige Trauben
als geringwertig aussortiert werden um sie dann an Genossenschaften
oder Kellereien zu verkaufen.
Der Winter war, wie schon erwähnt, an der Mosel über einige
Wochen sehr kalt, sodass am frühen Morgen des 15. Dezember bei
minus 9° C. erstmals seit 1998 wieder Eiswein gelesen werden konnte!
Ein herrlicher Abschluss eines grandiosen Weinjahres! In der Folge sank
das
Thermometer noch tiefer, in einer Nacht sogar auf bis zu minus 14°.
Der extreme Frost verstärkte sich aber nur langsam und trat nicht
wie im Winter 78,'79 plötzlich auf, was damals ja teils zu verheerenden
Schäden führte. Die Weinberge haben unter diesem Winter also
nicht gelitten und auch unsere empfindlichen Feigenbäume zeigen
nur leichte Frostschäden. Es gab auch den seltenen Fall einer fast
geschlossenen Schneedecke über drei Wochen hinweg, lediglich die
besten Südhänge waren nach dem ersten Sonnentag schneefrei.
An solchen Tagen tritt die Qualität der einzelnen Weinlagen für
jeden sichtbar zutage, viele Winzer blicken dann neidvoll auf Klüsserather.
Köwericher und Piesporter Spitzenlagen, ohne aber sonst bereit
zu sein sich in diesen teils halsbrecherisch steilen Weinbergen abzumühen!
Ende Januar war es dann aber schon bis zu 20 Grad warm und es ging auch
bis jetzt meist mild weiter, während der Osterferien war es ja
fast schon sommerlich. Die Weinberge zeigen jetzt ihr erstes Grün,
über die zu erwartende 2002 er Qualität kann aber frühestens
in einigen Monaten spekuliert werden!
Art dieser Stelle nun wieder einige für uns wichtige Daten aus
Weinbau und Familie:
15.12.: Eisweinlese
20. 02.: Interne Vorprobe der Vereinigten Weingüter der Klüsserather
Bruderschaft
Weine teils noch gärig
04. u. 05. 02.: Reparatur von Trockenmauern im Piesporter Goldtröpfchen
In diesen Biotopen ist der seltenste deutsche Schmetterling heimisch
= der Apollofalter
21. 03.: Vater Gerhard 75 Jahre
lebendiges Beispiel für die gesundheitlichen Aspekte eines moderaten
und
regelmäßigen Weingenusses.
Ersetzt im Weinberg noch einen 30 jährigen!
17. u. 24. 03.: Klüsserather Passionsspiele „durch den Ort";
bei herrlichem Wetter
Märzwochenenden: 7 Aufführungen des Theatervereins Köwerich,
mit Ihrem Winzer in einer Hauptrolle (als listiger Alkoholiker)!!!
03. 04.: Erste offizielle Vorprobe des neuen Weines als „Erstes
Gewächs"
5 der 6 von uns angestellten Weine erreichen diesen hohen Titel! (Stichwort)
18. 04.: Abfüllung des 2001 er Rotweines
23. 04.: Erste Weißweinfüllungen
29. 04.: Zweite offizielle Vorprobe „Erstes Gewächs"
weitere 5 Weine zur Prämierung angestellt, alle bestehen den Test
- sensationell -
30. 04.: Die ersten 4 Siegelweine „Erstes Gewächs" abgefüllt.
05. 05.: Präsentation der „Ersten Gewächse"; teils
noch als Fassproben
., Mitten im Wingert" Wetter: Kalt, Stimmung um so besser!
Stichwort ..Erstes Gewächs`:
Vor einigen Jahren schlossen sich 16 Klüsserather Winzer zu den
„Vereinigten Weingütern der Klüsserather Bruderschaft'`
zusammen. Dieser Name ist vielleicht etwas hochstaplerisch gewählt;
sind wir doch nur insoweit vereinigt, als dass wir uns
für einen besonderen Wein strenge, einheitliche Regeln aufgestellt
haben, denen sich jeder der teilnehmenden Winzer unterwerfen muss. Der
hohe Anspruch des Namens dieses Vereines deutet aber auch auf die erfreuliche
Tatsache hin, dass die meisten unserer Winzer sich eher als Kollegen,
denn als Konkurrenten betrachten. Gegenseitiger Wissens- und Erfahrungsaustausch.
aber auch praktische Hilfe werden großgeschrieben und als positiver
Nebeneffekt dieses Zusammenschlusses gefördert.
Grundvoraussetzung um einen besonderen Wein nach unseren Regeln zu erzeugen
ist: I Besitz von Weinbergen im Klüsserather „Hauptberg"
dieser ausgeprägte Südhang zählt zu den Lagen an der
Mosel mit dem größten Qualitätspotential - man muss
es nur zu wecken wissen -
2.: Durch starken Rückschnitt und Ausdünnen der Trauben begrenzen
wir die Erntemenge auf höchstens 6500 l pro Hektar. Hier greift
das sog. Menge-Güte-Gesetz.
3.: Alter der Weinstöcke mindestens 20 Jahre
Erst ab diesem Alter wurzeln die Reben tief genug um auch wochenlange
Trockenheit ohne große Qualitätseinbußen überstehen
zu können.
4.: Anstellung der so gewonnenen Weine zu einer sog. Blindverkostung.
Hier laden wir bis zu zehn anerkannte, ortsfremde Damen und Herren,
die über den nötigen Weinverstand verfügen, ein, die
in einer verdeckten Probe die Weine nach einem international üblichen
Schema beurteilen.
In der Regel fallen hier selbst ca. 70% der so hergestellten wirklich
guten Weine durch. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sind unsere zehn
durchgegangenen Weine von elf insgesamt angestellten, als phänomenal
zu bezeichnen! Ein gewisser Stolz auf dieses tolle Ergebnis kann hier
nicht verhohlen werden.
Um die Wertigkeit eines so erzeugten, besonderen Weines auch nach außen
zu dokumentieren, maßte natürlich auch eine besondere Flasche
her. Dies ist die den meisten von Ihnen bereits wohlbekannte, schlanke,
antikblaue Flasche mit dem aufgeprägten Siegel.
Bereits neu im Angebot:
Weingelee rot und weiß; Geschmacksrichtung: wenig süß
Wein-Sahnelikör für Leckermäuler
Erfreulich:
Die Deutschen gaben 2001 erstmals mehr Geld für Wein aus als für
jedes andere alkoholische Getränk!
Marktanteile: deutsche Weine: 48 %
italienische Weine 17 %
französische Weine 15 %
sonst. europ. Weine 9 %
außereurop. Weine 11 %
Auf was Sie sich freuen können: Ab Sommer 2002: Cuvee-Köwerich
Winzersekt (Grundwein ident. mit Nr. 3 Preisliste. Ab Ende Mai:
Viele Weine in der Siegelflasche, sowie eine Riesling-Beerenauslese
und Eiswein. Der absolute Gaumenkitzel für die nächsten Jahre.
Ein Traumgenus, wie man ihn selten erlebt hat. Da wird selbst der alte
76er blass um die Nase!
Unsere noch bis zum Sommer gültige, nun in Euro umgestellte Preisliste
legen wir bei. Die 2001er Weine sind noch nicht aufgeführt. werden
aber geliefert, soweit die entsprechenden Weine ausverkauft sind.
Im Wein sind Mühe, Hoffen, Bangen
Winzers Fleiß
im Wein sind Jahre
im Wein sind Sonne eingefangen.
Sorg und Schweiß Wir selbst sind Teil
im Wein ist Freude von Wein und Reben
uns erstanden: im Weine spiegelt
im Wein ist Geist sich das Leben aus Väterlanden,
im Wein sind Schöpfung Roland Betsch
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles
Gute, viel Freude mit dieser kleinen Lektüre und viele frohe Stunden
mit unserem Wein, und verbleiben
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