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KLÜSSERATHER WINZERBRIEF 2004-II

 

 

Hallo, liebe Kunden und Weinfreunde!


2003er - Weine der Premiumklasse!
2004er - kann noch an 01er und 02er Qualitäten anknüpfen!


Mit diesem Brief erhalten Sie unsere neue Weinpreisliste. Trotz der knappen 2003er Ernte und den tollen Qualitäten halten wir im Großen und Ganzen das bisherige Preisniveau!
Etwa eine Woche vor Lesebeginn präsentieren sich die frühreifen Sorten wie z. B. Bacchus und Dornfelder sehr reif. Blauer Spätburgunder und Riesling haben bereits viel Zucker (Öchsle) gebildet, die Säurewerte liegen jedoch noch recht hoch. Deshalb werden gute Spätburgunderqualitäten nicht vor dem 20. Oktober, hochwertige und bekömmliche Rieslinge erst ab Anfang November gelesen werden können. Dies gilt zumindest für die Winzer, die zur Säurereduzierung nicht auf Kalkzugabe setzen, sondern das gleiche mit mehr Zeit, also mit Hilfe der Natur erreichen möchten. Außerdem ist die Aromenfülle dieser spät gewonnenen Weine eine ganz andere, als bei Weinen aus den früher gelesenen Varianten.

An dieser Stelle wieder einige wichtige Daten aus dem Winzerleben:

28. 04.: Ca. 800 Reben der Sorte Grauburgunder (Pinot Grigio) gepflanzt.
11. - 15. 05.: Intervitis in Stuttgart, dies ist die zweitgrößte Weinmesse weltweit!
28. - 31. 05.: Pfingst-Straßenfest in der Klüsserather Hauptstraße. Ganze Familie und Freundeskreis im Einsatz Vielen Dank an alle Helfer und für die Kuchenspenden!
14. 08.: Erste weiche Rieslingbeeren = Reifebeginn!
20. - 22. 08.: III. Klüsserather Weinfest „Unter den Linden"! Freitagabend und Samstagnachmittag fielen ins Wasser, Samstagabend trocken aber kühl, Sonntag sonnig und warm - wunderschön.
02. 09.: Präsentation der 03er „Ersten Gewächse" (Siegelflasche) auf dem Domfreihof in Trier.
18. 09.: Feier zum 50-jährigen Bestehen des Theatervereins Köwerich!
21. 09.: Fahrt mit den Vereinigten Weingütern an die Ahr. Probe einiger enttäuschender Weiß- und Rotweine an einer Genossenschaft und toller Spitzenweine eines Privatwinzers (Preise ab 8,50 Euro aufwärts) !

Mit der Lese des „Roten Weinbergspfirsichs" wird in diesen Tagen eine außerordentlich gute und reichliche Obsternte abgeschlossen. Neben den bekannten Bränden aus Kirsche, Mirabelle, Birne, Zwetschge und Pfirsich, können wir Ihnen ab Frühjahr 2004 auch solche von Aprikose und Feige anbieten. Die Feigenernte war so reichlich wie noch nie, trotz vieler Verluste durch Wespenfraß war kurioserweise die Ernte mehr als doppelt so groß als im heißen Jahr 2003!
An dieser Stelle nun wieder der Steckbrief von zwei Traubensorten, nämlich dem Chardonnay und dem Dornfelder. Die in Anführungszeichen gesetzten Passagen sind dem „Taschenbuch der Rebsorten" , das im Fachverlag Fraund erscheint, entnommen.

Chardonnay
Der Chardonnay bewirbt sich mit dem Riesling um den Titel der besten weißen Traube der Welt! Er bringt weinige, volle, butterige Qualitäten, je nach Lage und Jahr manchmal Weine mit nussigem, rauchigem, ja sogar moschusartigem Duft und Geschmack hervor. Andererseits besitzt er trotzdem oft eine frische, fruchtige und rassige Art. Alle diese Vorzüge, sowie seine Burgunderart, machen ihn zu einem ausgezeichneten Speisebegleiter. Wegen der hohen Alkoholgehalte und aufgrund der stabilen Weinsäurestruktur besitzt er, bei dunkler Lagerung, eine gute Lagerfähigkeit „Das Ursprungsgebiet der Rebsorte Chardonnay liegt in Vorderasien. Sie kam mit der Ausbreitung der Weinkultur nach Frankreich und fand schwerpunktartig in Burgund eine neue Heimat. Dort sollen sich die Klöster (Benediktiner, Zisterzienser) um die weitere Ausbreitung verdient gemacht haben. Hierbei wurde auf Sortenreinheit (Pinot Chardonnay - Weißer Burgunder) kaum geachtet. Auch heute steht er oft mit dem Weißen Burgunder im gemischter. Satz. Für die Namensgebung könnte die kleine Siedlung Chardonnay, nördlich Mäcon , in Frage kommen". Mittlerweile wird der Chardonnay aber in vielen Weinbauländern angebaut, in Deutschland bereits auf über 1000 Hektar. Auch an der Mosel entwickelt er sich mehr und mehr vom Exoten zu einer immer mehr angebauten Rebe. Wegen der hohen Lageansprüche kann er aber auf Dauer erfolgreich nur in Konkurrenz und auf Kosten des Rieslings angebaut werden. Deshalb wird er bei uns immer nur als Sortimentsergänzung neben der Hauptsorte Riesling und neben anderen weißen und roten Sorten stehen.
Seine Holzreife ist gut und liegt kaum hinter der des Rieslings, d. h. er kann problemlos Fröste bis minus 15 Grad C. überstehen. Die Frühjahrsfrostanfälligkeit ist erhöht, da die Sorte sehr früh, nämlich ca. 14 Tage vor dem Riesling ergrünt. Aprilfrostlagen sollten daher vom Anbau ausgeschlossen werden, zumal die Beiaugen nicht besonders fruchtbar sind. Die Reife ist ziemlich spät, also kurz vor dem Riesling.

Dornfelder
Im Gegensatz zum Riesling und den Burgundersorten zu denen auch der oben beschriebene Chardonnay gehört. handelt es sich beim Dornfelder nicht um eine alte Traubensorte, die es schon „immer'` gab! Es ist eine Sorte, die wie viele andere auch nach bestimmten Eigenschaften und zum Erreichen genau definierter Ziele gezüchtet wurde. Zum Anbau freigegeben ist der Dornfelder seit 1981, das Züchtungsjahr ist 1955, der Züchter ist OLR A.Herold, der seit den 20er Jahren an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau in Weinsheim überaus erfolgreich tätig war. Die Kreuzungspartner sind Helfensteiner und Heroldrebe. Hier wiederum ist die Sorte Helfensteiner eine Züchtung aus der: alten Sorten Frühburgunder und Trollinger und die Sorte Heroldrebe ist eine Kreuzung des alten Massenträgers Portugieser mit den hochwertigeren Limburger.
Eigentlich wurde der tiefdunkle Dornfelder zum Einsatz als sog. ,.Deckrotwein" gezüchtet. Dazu muß man wissen, dass es früher teilweise üblich war, farbschwachen Rotweinen eine gewisse Menge, fast tintenfarbigen ,,Deckrotwein" zuzusetzen. In Deutschland ist dieses, eine legale Verfälschung darstellende Verfahren, glücklicherweise seit Mitte der 80er Jahre verboten! Von seinem Zuchtziel her gesehen hätte der Dornfelder nun eigentlich keine Anbauberechtigung mehr gehabt. Es stellte sich dann jedoch zu Beginn der 90er Jahre mehr und rnehr heraus, dass er sich nicht nur zum "Verschnitt" eignet, sondern dass er auch als eigenständiger Wein sehr gute Qualitäten bringen kann, und daher eine echte Bereicherung darstellt.
,.Die Ansprüche an die Lage sind mittel, wobei bessere Lagen im Interesse von Mostgewicht und Qualität vorzuziehen sind. Der kräftige, aufrechte Wuchs und die geringe Neigung zur Geiztriebbildung, sowie die Lockerbeerigkeit der Trauben machen den Dornfelder zu einer weinbautechnisch einfachen Sorte. Der Ertrag ist hoch bis sehr hoch. Eine Ertragsbegrenzung über den Rebschnitt, als auch eine termingerechte Ertragsreduzierung des Stockertrages vor der Ernte ist bei Dornfelder eine unerlässliche Maßnahme zur Erzeugung von bester Rotweinqualität."
„In der Qualität übertrifft er die Sorten Portugieser und Trollinger!" Der Dornfelder zählt zu den etwas frühreifen Sorten und wird meist kurz nach Bacchus und Müller-Thurgau gelesen. Aber nicht nur die Trauben, sondern auch die Dornfelderweine sind früh reif und auf ihrem Höhepunkt angekommen, während der edle Spätburgunder, wie der Name schon andeutet, nicht nur spät reift, sondern auch als Wein ein wenig ein „Spätentwickler" ist.
Die oben geschilderten guten weinbautechnischen Eigenschaften, die Farbintensität selbst bei niedrigen Mostgewicht-ten und die, falls nicht ausgedünnt wird, hohen Erträge, verleiteten manchen Winzer in der Vergangenheit dazu, den Dornfelder in geringe, d. h. Müller-Thurgaulagen zu pflanzen. Hier gedeihen aber nur in Ausnahmejahren (2003) gute Dornfelderqualitäten. Meist handelt es sich im Ergebnis dann zwar um roten Wein, aber nicht um Rotwein im angestrebten Sinne, wie ihn der Verbraucher für sein gutes Geld erwarten darf. Der Gesetzgeber versucht nun hier seit 2003 (ieider etwa verspätet) gegenzusteuern, indem er die Öchsleanforderung für den Dornfelder drastisch erhöht hat. Dies wird hoffentlich dazu führen, dass diese wertvolle Sorte nicht Mehr in dritt- und viertklassige Lagen angebaut wird, in denen eigentlich besser Weihnachtsbäume wachsen würden als Wein! Außerdem wird hierdurch wohl auch der letzte Winzer angeregt, sich beim angestrebten Ertragsniveau zurückzuhalten.
„Als Besonderheit ist bei Dornfelder-Rotweinen die Farbintensität und das enorme Aromenspektrum im Geschmacks- und Geruchsausdruck. Insbesondere tragen die nach Kirschen, Brombeeren und Mandeln erinnernde Aromen sowie die markante und angenehme Tanninausformung sehr zur Qualität des Dornfelders bei. Dornfelder Rotweine sind Weine, die den Rotweintrinker und -kenner positiv beeindrucken. Dornfelder-Rotweine sind zeichnete Speisebegleiter zu Wildspezialitäten und anderen Fleischarten mit kräftiger, dunkler Soße, zu einem würzigen, kräftigen Hartkäse oder geräuchertem Schinken und anderen Genüsslichkeiten zur Verschönerung besinnlicher Stunden."

Stichwort Schwarzfäule:
Nachdem Anfang August bereits ZDF darüber berichtete, brachte auch die FAZ am 19. August einen großen Bericht mit der die Trauben am Stock"
Diese, wie einige andere bereits vor über 120 Jahren von Nordamerika nach Europa eingeschleppte Pilzkrankheit befiel bisher hauptsächlich die Trauben in Italien und Südfrankreich. aber auch im übrigen Mittelmeerbereich . Durch die seit Ende der 80er Jahre festzustellende Klimaerwärmung sind nun auch in Deutschland. und hier vor allem an Mosel, Nahe und Mittelrhein die Temperaturen für die Schwarzfäule günstig geworden. Je nach Pflegezustand und Lage der Weinberge (Nähe zu brach liegenden, ungerodeten Parzellen) liegt der zu erwartende Mengenausfall zwischen 0 und 90 Prozent! In unserem Betrieb rechnen wir auf einer sehr kleinen Fläche in einem Seitental der Mosel mit einem Ertragsausfall von 60 Prozent, auf einigen anderen Flächen mit Einbußen von 10 bis 20 Prozent und auf den Hauptflächen von 0 bis 5 Prozent, wobei viele Flächen auch überhaupt nicht betroffen sind. Die Schäden halten sich für uns also sehr in Grenzen. Für die kommenden Jahre ist eine einwandfreie Pflege der Weinberge von größter Wichtigkeit, vor allem. weil im Gegensatz zu Italien und Frankreich bei uns keine Mittel gegen diesen Pilz zugelassen sind. Sehr wichtig wird es auch sein, die nicht mehr bearbeiteten sog. Drieschen von den noch stehenden, wild wuchernden Weinstöcken zu befreien, um so den Pilz seiner Brutstätten zu berauben.

Da sich die Traubenlese mit hoher Wahrscheinlichkeit bis weit in den November hineinziehen wird, wären wir dankbar, wenn wir frühzeitig, evtl. schon im Oktober unsere Liefertouren planen könnten! Deshalb an dieser Stelle, wie in den vergangenen Jahren auch, unsere Bitte an Sie, uns die vor Weihnachten bzw. Silvester benötigten Weinmengen möglichst bald mitzuteilen. Dies erleichtert uns die Planung für unser Weihnachtsgeschäft sehr und garantiert Ihnen auch die Lieferung des gewünschten Weines, da einige Sorten des gefragten 2003ers bereits knapp werden!
In der Hoffnung, dass Sie uns die Daumen drücken für eine gute Ernte 2004, verbleiben wir

 

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Weingut

Scholtes-Welter

 
 
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