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KLÜSSERATHER WINZERBRIEF 2004-III

 

 

Liebe Weinfreunde!


Die Trauben des Jahrganges 2004 haben ihren Weg in den Keller gefunden und sind dabei, sich in Jungweine zu verwandeln. Der neue Jahrgang wird durch die, vor allem gegenüber 2003 längere Reifezeit der Trauben, besonders feinfruchtige und filigrane Weine hervorbringen. Die Lese endete an Buß- und Bettag, dem an der Mosel als sog. „kalten Mittwoch“ bezeichneten 17. 11. gegen etwa 11 Uhr. Nach zünftigem Mittagessen ging es entsprechend der Tradition dieses seit alters her auch als „Weinprobiertag“ bekannten ehemaligen gesetzlichen Feiertages in den Weinkeller zur ausführlichen Probe des ,.Neuen“. Hier wurde von leichten Kabinetten, über spritzige Riesling-Hochgewächse, vollmundige Spätlesen. edle Burgunder, fruchtige Dornfelder bis zu wuchtigen Auslesen alles gekostet, was dieser facettenreiche Jahrgang zu bieten hat.
Es begann alles mit einem fast regen- und schneelosen Winter, der auf ein trockenes Vorjahr folgte. Auch die Monate März und April blieben. bei ziemlich milden Temperaturen trocken. In diesen Monaten gab es auch keine Fröste mehr und die Obstblüte verlief geradezu mustergültig. Anfang Mai gab es dann einen 2-tägigen Landregen und in Verbindung mit hohen Temperaturen explodierte das bis dahin aufgrund der Trockenheit zurückhaltende Wachstum der Reben. Im weiteren Verlauf des Monats war es tagsüber sonnig und warm, nachts aber noch ziemlich kühl. Als wir Ende Mai unser großes, in 2-jährigem Rhythmus an Pfingsten stattfindendes Straßenfest feierten. war es sonnig und warm. Sonntags abends gab es einen Schauer. aber montags ging es wieder schön weiter. An Mauern und Hauswänden blühten zu dieser Zeit die ersten Trauben. Bis etwa Mitte Juni blieb es angenehm warm, dann wurde es kühler. Am 23. und 24. dieses Monats hatten wir zwei für das Moseltal außergewöhnliche Sturmtage. wobei der Wind am ersten Tag sehr warm, am zweiten Tag aber ziemlich kalt an den Weinstöcken zerrte. Die Weinblüte war an Johannitag, dem als „Lostag" bekannten 24. Juni in guten Lagen schon über eine Woche abgeschlossen, in mittleren Lagen war sie voll im Gange, während man in den „scheelen" Lagen erst einzelne offene Blüten fand. Ab dem 26. Juni wurde es dann zunächst warm und im weiteren Verlauf dann sogar heiß! Anfang Juli sagte der ARDWetterexperte Jörg Kachelmann: „Der Juni 2004 war im Südwesten Deutschlands zu warm und zu trocken!“ Die zweite Juliwoche war kühl, es gab Schauer und die Temperaturen gingen nicht über 20 Grad hinaus. Mitte des Monats wurde es dann wärmer, nach einigen Tagen sehr warm, mit fast täglichen Gewittern. Ende Juli bis fast zur Augustmitte war es dann sehr heiß und trocken, mit den höchsten Temperaturen des Jahres, nämlich bis 36 Grad. Anschließend kühlte es ab, und es regnete gelegentlich.
Unter ungemütlichem Wetter hatte auch unser Weinfest „Unter den Linden“ zu leiden, das jährlich am vierten Augustwochenende gefeiert wird. Ab Ende August war es mit bis zu 30 Grad wieder schön warm und so blieb es dann auch bis zum 12. September. Nun wurde es etwas kühler, es blieb aber zunächst meist sonnig und trocken. In der letzten Septemberwoche, wo die Winzer allmählich an den Beginn der Traubenlese dachten, setzte Regen ein, der uns dann auch bis in die ersten Oktobertage nicht verlassen wollte. Nachdem es dann allmählich trockener wurde, begannen wir dann sehr spät, am 7. Oktober, mit der Lese der Müller-Thurgautrauben (Rivaner), wovon bereits am nächsten Tag eine gute Qualität als Traubensaft auf Flaschen gefüllt wurde. Dieser wird zur Haltbarmachung mit einem modernen, sog. Kieselgurfilter geklärt, auf 85 Grad erhitzt, abgefüllt und rückgekühlt. Konservierungsmittel werden nicht zugesetzt, aber auch keine sog. Stabilisierungsmittel, die einer evtl. Weinsteinbildung vorbeugen sollen. Deshalb kann es vorkommen, dass sich durch die enormen Temperaturschwankungen etwas Weinstein im Saft bildet. Natur und wahre Qualität hat eben manchmal ihre kleinen Schönheitsfehler! Um den 20. Oktober herum wurden wunderschöne Dornfeldertrauben gelesen und auch die schon zahlreichen Weißburgundertrauben aus der Neupflanzung des Vorjahres ergaben um diese Zeit bereits gehobene Qualitäten. Das Wetter hielt sich ziemlich stabil, Regen gab es wenig und in der dritten Oktoberwoche wurde es für etliche Tage nochmals richtig warm. Riesling wurde ab dem 23. Oktober gelesen, zuerst in Flachlagen, deren Trauben von uns direkt an eine Genossenschaft verkauft werden. In diesen „Ackerböden“ brachte der Riesling. wie alle anderen Sorten auch. ziemlich große Erntemengen, weshalb die Ochslegrade hier zwischen 67 Grad in schweren Böden und bis 80 Grad in leichteren Böden, recht gewöhnlich ausfielen. Auch waren die Säurewerte zu dieser Zeit beim Riesling noch ziemlich hoch. Am 2. und 3. November wurde dann der Blaue Spätburgunder gelesen, in der Spitzenlage „Graulay“ wurden stolze, runde 100 Grad Öchsle erreicht! Auch der Chardonnay brachte mit 96 Grad fast Traumergebnisse. Im weiteren Verlauf war es nun zwar, von gelegentlichem Nebelnässen abgesehen, trocken, aber die Sonne konnte auch keine Kraft mehr entfalten. Nun hatte sich auch die kräftige Rieslingsäure allmählich reduziert und mit der Lese in besseren und guten Lagen konnte nun begonnen werden. Am frühen Morgen des 9. 11. lagen die Temperaturen nur noch bei 2 Grad Celsius. Darauf hatten wir gewartet, denn bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vermindert sich die Weinsäure durch Auskristallisierung in den Trauben sehr stark, was sehr magenfreundliche Rieslinge garantiert! Dieser Effekt wurde am nächsten Tag noch verstärkt, durch ein Phänomen, das seit 1939 nicht mehr eingetreten war, nämlich durch Schnee während der Weinlese. Vater Gerhard erzählt, dass er als damals 12 jähriger mit einem Stock die Weinstöcke abklopfen musste, damit die Trauben überhaupt gefunden wurden. Es war schon eigenartig zu sehen, wie auf den noch schön in goldgelb belaubten Weinstöcken Schnee, wie Zuckerguß in der Sonne glitzerte, die diesem Spuk dann jedoch schnell ein Ende bereitete! In den letzten Tagen, bis zum 17. November wurden dann leckere Rieslingtrauben gelesen, die sich wohl kaum hinter vielen wertvollen Kreszenzen des Vorjahres verstecken müssen. Die Öchslegrade bewegten sich hier nun zwischen 85 und 99 Grad, ähnlich der Jahrgänge 2001 und 2002.
Eingehen wird das Jahr 2004 in die Weingeschichte aber aufgrund seiner außergewöhnlich großen Qualitätsunterschiede. Von gewöhnlich bis zu hochedel ist in diesem Jahr alles dabei. Es bleibt die Aufgabe der Winzer- und Weinkennerschaft, die Ursachen für diese Schwankungen zu analysieren und ggf. Lehren daraus zu ziehen!
Natürlich kann der Winzer nicht alles beeinflussen, so ist z. B. der Neigungswinkel der Berge gen Süd und die Hangrichtung überhaupt unveränderlich, und 2004 vielfach ausschlaggebend gewesen. Wurde in besten Südlagen aber nicht auf eine Ertragsreduzierung hingearbeitet, so blieben trotzdem in diesem Jahr die Ergebnisse oft unbefriedigend. Desweiteren muß der Winzer während der sommerlichen Laubarbeiten auf ein optimales Laub-Frucht-Verhältnis achten, d. h. auf jede Traube müssen mindestens 7 gut belichtete Blätter kommen. Desweiteren ist es wichtig, dass die Weinstöcke nicht zu eng gezeilt sind, sodaß sie sich nicht gegenseitig beschatten. Während sommerlicher Trockenperioden muß man darauf achten, dass der, an sich erwünschte, natürliche Bodenbewuchs, wegen der Wasserkonkurrenz zu den Reben nicht überhand nimmt. Hat es aber reichlich geregnet, bzw. geht es zum Herbst zu und die Trauben sind bereits teilweise gereift, dann ist es besser, überschüssiges Bodenwasser vom „Unkraut“ verbrauchen zu lassen. Außerdem nimmt dieser Bewuchs Nährstoffe auf, die der Weinstock im Herbst nicht mehr braucht und bei dessen Zersetzen im Frühjahr für die Rebe wieder verfügbar werden. Im übrigen ist ein mäßiger Bodenbewuchs in Steillagen zur Vermeidung von als Erosion bezeichneten Abschwemmschäden immer von Vorteil, außerdem finden dort viele wichtige Nützlinge eine Heimat.


Auf die Weinqualität zurückzukommen kann man für 2004 sagen:
1. Je steiler der Weinberg, und je genauer seine Ausrichtung gen Süd, desto besser der Wein!
Dazu kommt immer, aber in diesem Jahr besonders ausgeprägt
2. Je später gelesen wurde, desto besser und bekömmlicher die Qualitäten!
Aufgrund der späten Weinlese und vieler anderer unaufschiebbarer Arbeiten (Keller) erreicht dieser Winzerbrief Sie nun sehr spät und unsere Liefertouren sind bereits zur Hälfte „abgearbeitet“. Trotzdem ist es noch nicht zu spät auch jetzt eingehende Bestellungen werden von uns noch vor Weihnachten zugestellt. Bei den anstehenden Lieferungen nehmen wir nach wie vor gerne Ihre leeren Weinflaschen zurück.


Der Lebensraum der Rebe, sowie ihre Ansprüche an Klima, Lage und Boden

Die Rebe ist ein Kind der gemäßigten Klimazone unserer Erde. Auf der nördlichen Halbkugel liegt ihr Verbreitungsgebiet etwa zwischen dem 32. und 52. Breitengrad. Darin finden sich die Anbaugebiete von Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika. Das Gebiet mit der stärksten Verbreitung ist der Mittelmeerraum. Aber auch in Portugal, Ungarn, Österreich und Deutschland nimmt der Weinbau große Flächen ein und trägt in einzelnen Regionen maßgeblich zur Wertschöpfung bei.
Auf der insgesamt kühleren südlichen Halbkugel liegt die Rebanbauzone zwischen dem 30. und 40. Breitengrad und umschließt den Weinbau Südamerikas, Südafrikas und Australiens.
Die Rebe benötigt ein mildes Klima. Sie gedeiht weder in den heißen Tropen, noch im kalten Norden. Als Grenze der Temperatur gilt ein Jahresdurchschnitt von etwa 9 Grad Celsius. Dabei kommt es darauf an, dass die Temperatur frei von extremen Werten ist. Die Winter sollen möglichst keine Kältegrade unter minus 17 Grad aufweisen und der Herbst soll wieder lange genug warm sein, also ohne zu zeitige Frühfröste. In Deutschlands Weinbaugebieten liegt die durchschnittliche Wintertemperatur leicht über 0 Grad und die mittlere Sommertemperatur um 20 Grad. Unter solchen Bedingungen bringt die Rebe die schönsten Weine hervor. Der Austrieb der Rebe erfolgt im Frühjahr ab etwa 13 Grad Boden- und 10 Grad Lufttemperatur.
An die Niederschläge stellt die Rebe keine hohen Ansprüche. Wenn diese richtig verteilt sind kommt sie mit 500 mm pro qm jährlichem Regen aus. Dieser soll möglichst im Winter und im Juli bis Anfang August fallen, wenn die Traubenbildung beginnt. Hohe Niederschläge, über 800 mm, erschweren den Rebbau, weil der Pilzbefall zu groß wird. Feuchte Herbste begünstigen unter Umständen die Traubenfäulnis. Als Minimum für die Sonnenscheindauer gelten in der Vegetationszeit von Anfang April bis Anfang November 1300 Stunden.
Von der Lage wird das sog. Kleinklima bestimmt, in dem die Rebe wächst. In den nördlichen Gebieten ist es an südlich geneigten Hängen am günstigsten. Da sich mit zunehmender Höhe die Klimaverhältnisse verschlechtern, (je 100 m Höhe Abnahme der Temperatur um 0,6 Grad C.), kann in den nördlichen Weinbaugebieten über 350 m kaum noch Weinbau betrieben werden. Die Anbaugrenze des anspruchsvollen Rieslings endet sogar schon bei 250 Metern (Klüsserath liegt bei 115 m über NN) Nach Süden zu klettert die Rebe in größere Höhen, so am Bodensee auf 500, in Südtirol auf 800 und in Sizilien sogar auf 1800 Meter. In Südspanien wandert die Rebe auf die etwas kühleren Nordhänge. Im mittleren Gebiet ist sie vorwiegend ein Kind der Ebene.
An den Boden stellt die Rebe keine großen Ansprüche, denn sie gedeiht noch in den ärmsten Gesteins-, Kies- und Sandböden. In regenarmen Gebieten können allerdings in Jahren mit wenig Niederschlägen auf solchen Standorten Trockenschäden die Leistung der Rebe beeinträchtigen. In den meisten Jahren wachsen jedoch auf diesen Böden die rassigsten. feinduftigsten Weine. Es gibt keine Bodenart, seien es Löß-. Lehm-, Ton-, Kalk-, Kreide-. Mergel- . Keuper-, oder die schon erwähnten Gesteins-, Kies-, oder Sandböden, die nicht Reben tragen würden. Überall gedeiht die Rebe mehr oder minder gut, nur stauende Nässe sagt ihr nicht zu. Dort wird sie krank und frostanfällig. Am besten gedeiht sie wohl auf Schiefer, was sich daran zeigt; dass sie dort das bis zu 5-fache Alter erreichen kann, als in allen anderen Böden, nämlich bis 150 Jahre! Auf allen Böden liefert sie einen Wein mit spezieller Eigenart. In Deutschland wird der Weinfachmann geschmacklich feststellen, ob der Wein auf wärmespeicherndem Moselschiefer, sonnenbindendem Naheporphyr, fruchtbarem Kaiserstuhllöß öder auf Frankenkeuper gewachsen ist, um einige Beispiele zu nennen.


Liebe Weinfreunde! Insgesamt gesehen können wir uns über mangelnden Absatz nicht beklagen und das ohne dass wir unsere Kunden mit ständigem „Telefonterror“ belästigen und alle paar Wochen nachfragen, ob denn noch eine Lieferung gebracht werden darf! Darauf darf man auch ein wenig stolz sein. Auch unsere Zimmer und Ferienwohnungen waren 2004 sehr gut frequentiert. Trotzdem darf
auch Muße und Abwechslung nicht zu kurz kommen. und dies bedeutet. wie viele von Ihnen wissen. für Ihren Winzer das Theaterspiel. Aufführungstermine im Frühjahr 2005 sind der 26. und 27. Februar, 5. und 6., 12. und 13. März, sowie wahrscheinlich noch der 19. März. Wer möchte, bekommt Karten von uns reserviert, wer einen Tag früher kommt, kann sich bei einer Jungweinprobe zeitig ein gutes Urteil über den neuen Jahrgang bilden! Außerdem finden am 13. und 20. März wieder die Klüsserather Passionsspiele statt!
Aber vorerst steht einmal noch Weihnachten vor der Tür! Viele von Ihnen werden wir bei einer der Liefertouren zuvor noch sehen, allen anderen wünschen wir jetzt schon ein frohes und gesegnetes Fest, und alles Gute im neuen Jahr. Wir wünschen weiterhin viel Freude mit unserem Wein und verbleiben

 

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Weingut

Scholtes-Welter

 

 

Der Schatz im Weinberg


Ein Winzer der im Sterben lag, rief seine Söhne an und sprach:
"In unser'm Weinberg liegt ein Schatz! Grabt nur danach!"
An welchem Platz? Schrie alles laut den Vater an!
Oh weh, da starb der Mann.
Kaum war der Alte beigeschafft, so grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke. Karst und Spaten, ward der Weinberg um und um gescharten.
Da blieb kein Stein der ruhig blieb.
Man ,warf die Erde gar durch's s Sieb.
Man zog die Harken kreuz und quer,
nach jedem Steinchen hin und her !
Allein, da war kein Schatz erspürt –
Und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
dass jede Rebe besser trug.
Da wurden erst die Söhne klug
Und gruben nun jahrein, jahraus,
des Schatzes immer mehr heraus!

(Verfasser unbekannt)

 

SPRACH SPIELE
Rheinland-Pfalz

Das Wort Pfalz, auf pfälzisch Palz, kommt aus dem Lateinischen, nämlich von palâtium, was „Wohngebäude eines Fürsten“ bedeutet. Solche Wohngebäude heißen auf Deutsch Palast, was auf dieselbe Wortwurzel zurück geht.
Pfalzen gab es im Mittelalter viele: es waren befestigte Stützpunkte, in denen der König mit seinem Gefolge logierte, wenn er sein Reich inspizierte oder Gericht hielt oder, Verhandlungen führte. Die wichtigsten königlichen Pfalzen erhielten einen Pfalzgrafen als Verwalter. Einer von ihnen, der, Pfalzgraf bei Rhein, schaffte es im Laufe des. Mittelalters, ein ansehnliches Territorium zu erwerben, das sich vom Hunsrück bis kurz vor das nachmalige Karlsruhe erstreckte.
Der Pfalzgraf bei Rhein stieg später zum Kurfürsten auf, was sich auf die Pfalz insofern aus wirkte, als sie zur Kurpfalz be fördert wurde. Das Lied vom Jäger aus Kurpfalz hat das verewigt. Das Stündlein der Kurpfalz schlug 1806; Der rechtsrheinische Teil kam an Baden, der linksrheinische Teil an Frankreich, 1815 aber an Bayern. Die bayerische Pfalz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg; mit dem südlichen Teil der preußischen Rheinprovinz zum heutigen Rheinland-Pflaz vereinigt. Bei seiner Gründung annektierte das neue Bundesland gleich noch das liebliche Rheinhessen und einige karge rechtsrheinisehe Landstriche am Mittelrhein.
Der Anteil des sogenannten Rheinlandes am: Rhein ist vergleichsweise gering; nur auf wenig Dutzend Kilometer durchströmt der Rheinstrom das Rheinland. Man hätte die Gegend auch Moselland nennen können.
Rheinland-Pfalz ist das wichtigste Weinland Deutschlands. Man baut dort sowohl den besten Riesling als auch den miserabelsten Massenwein an. Es ist das einzige Bundesland mit einem speziellen Minister für Weinbau, der einen beträchtlichen Teil seiner Arbeitszeit damit verbringt, auf Dorffesten Weinköniginnen zu herzen. (Helmut Glück)


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